Meine Tipps für deine Reisefoto-Ausrüstung:

Eins vorweg:

Auf backpacken.de findest du keine Werbung! Keine Affiliate Links! Keine gesponserten Posts! Nichts, was irgendwie mit Werbung oder PR zusammenhängt! Die Unabhängigkeit meiner Meinung steht hier im Vordergrund!

 

 

 

Was macht ein gutes Bild aus? Meiner Meinung nach...

 

1. gutes Motiv

 

2. Erfahrung

 

3. richtiger Zeitpunkt, Geduld

 

4. Kreativität/ gute Idee

 

5. Beherrschen der Kameratechnik

 

6. gute Kameraausrüstung

 

7. Glück/ Zufall/ Gelegenheit

 

8. Nachbearbeitung

 

 

Wie du siehst, gehören zu einem guten Bild eine Menge Komponenten, die alle oder teilweise stimmen müssen. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass irgendwo im Hinterkopf eine Stimme sagt: "Kauf dir eine bessere Kamera. Kauf dir ein neues Objektiv." Kein Wunder, bekomme ich doch oft den Satz zu hören: "Du machst tolle Bilder, du musst eine gute Kamera haben." Allerdings geht niemand im Restaurant zum Koch und sagt: "Das Essen war lecker, du musst gute Töpfe haben." Entgegen der Werbung und ganz besonders entgegen der Meinung von Fotozeitschriften, deren Hauptzweck darin besteht uns klarzumachen, dass wir eine bessere Ausrüstung brauchen: Zu einem guten Bild gehört viel mehr als nur Geld ausgeben. Such dir doch ein paar der oben genannten Punkte aus und versuch dich erst mal in diesen zu verbessern.

 

 

Meine Philosophie:

Ich bin Ausrüstungsminimalist! Für wirklich gute Reisefotos brauchst du keine teure Ausrüstung. Die beste Kamera ist die, die du dabei hast - und bedienen kannst! Konzentrier dich lieber darauf wie du kreativere und interessantere Fotos machst, anstatt ständig von neuen und besseren Objektiven oder Kameras zu träumen. Auf dem Großteil meiner Reisen hatte ich nur eine Kompaktkamera von Panasonic dabei - ohne Wechselobjektive, ohne zusätzlichen Kram. Meine besten Fotos habe ich mit einfacher Ausrüstung gemacht.

Grundsätze zur Anschaffung:

1. Fang klein an

Kauf dir eine Outdoor-Kompaktkamera, ab 250 Euro bekommst du gute Qualität. Ich empfehle wasser- und stoßfeste Kameras, so kannst du auch bedenkenlos am Strand und beim Schnorcheln Aufnahmen machen. Diese Kameras eignen sich auch als Back-up Kameras, wenn du dir noch mehr Qualität leisten möchtest.

 

2. Dazu rate ich, wenn dein Budget größer ist:

Eine Reisekamera muss klein, leicht und kompakt sein. Ich empfehle eine spiegellose Systemkamera und 2-3 Objektive. DSLR Kameras und ein zu großer Haufen Objektive ist sehr aufwendig und mühselig mitzuschleppen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung :-). 

 

Bei den Objektiven solltest unbedingt auf Qualität achten und die hat leider ihren Preis. Dafür kannst du beim Body gerne etwas sparen. Was du brauchst:

  • 1 Teleobjektiv, Brennweite KB 70-200mm oder für Wildlife Fotos auch gerne mehr, hier wirds dann aber in guter Qualität sehr teuer. Bei der Anfangsblende reicht meines Erachtens f4.
  • 1 Normalbrennweite mit leichtem Weitwinkel, KB 24-70mm, hier wäre f2,8 oder mehr als Anfangsblende gut angelegtes Geld.
  • eventuell 1 Festbrennweite je nachdem ob du gerne Portraits machst (KB 50mm) oder Street Fotography (KB 40mm)

Zusätzlich brauchst du ein Reisestativ (ab 90 Euro gibts brauchbare und ab 150 Euro gute)  und unbedingt einen Ersatzakku (sehr wichtig) und eine Tasche. Alles an mehr Equipment ist Spielerei!!!

 

 

 

Was ich benutze:

Panasonic DMC G70

Panasonic Lumix G 20 mm f1.7 II Pancake (KB 40mm)

Panasonic Lumix G X Vario 35-100mm f2.8 Power OIS (KB 70-200mm)

wie du siehst, habe ich aktuell noch nicht mal ein Standardzoom :-)

 

Slik Sprint Pro II Stativ

 

Panasonic Lumix DMC-FT5 als Back-up Kompaktkamera (Outdoorkamera)

 

Nachbearbeitung:

Adobe Lightroom

Wovon ich abrate:

 

- Superzoom-Objektive! Wenn du an dem Punkt angekommen bist, mehr Qualität als eine Handykamera oder Kompaktkamera zu nutzen, dann kommst du zu dem Punkt eine Wechselobjektivkamera zu kaufen. Aber mit einem Superzoom liegst du leider trotzdem falsch. Diese Objektive sind sehr verführerisch. Ein Objektiv kann alles. Weitwinkel, starkes Telezoom, kein Problem, die Werbung zeigt perfekte Bilder. Aus meiner Erfahrung mit dem Sigma 18-250mm kann ich sagen: Abbildungsqualität und Lichtstärke sind wirklich schwach, vor allem in den hohen Brennweiten. Lass die Finger davon und investiere etwas mehr Geld in 2 oder 3 Objektive.

 

- Blitzgeräte! Ich habe ein Metz 52 für Familienfeste und es funktioniert fantastisch. Auf Reisen nehme ich es allerdings nicht mit, weil ich gerne wenig Ausrüstung habe und das verfügbare Licht (draußen) nutze.

 

- Eine zu teure/schwere Ausrüstung! Ich hatte früher eine Canon EOS 600d mit einem 17-35 L f4 und einem 70-200mm L f4. EIne wahnsinnig gute Kameraausrüstung. Leider wurde sie geklaut. In Miami. Fühlte sich grauenhaft an. Jetzt benutze ich eine etwas günstigere Ausrüstung, bei der ich abends obendrein noch keine Schulterschmerzen vom Tragen habe!!!

 

Mehr als drei Objektive. Die Freude an der Reise sollte immer an Nummer 1 stehen. Dann kommt die Freude an der Fotografie. Mit zu vielen Objektiven verlierst du dich. Reisefotografie hat auch viel mit Spontanität zu tun.

 

 

 

Fazit

Weniger ist mehr! Du brauchst keine teure Kamera! Lerne die Grundsätze von gutem fotografieren. Geh viel raus, reise hab Spaß! So brauchst du nicht Angst zu haben, dass jemand deine teure Ausrüstung klaut, du brauchst keinen tonnenschweren Fotorucksack mit dir rumzuschleppen, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du deine Kamera im Hostel lässt und mal nicht fotografierst. Wie gesagt, meine besten Bilder habe ich mit einer einfachen Kompaktkamera gemacht.