Portugal und seine Schätze

Faro, Strelitzie, Kathedrale
Faro: Im Innenhof der Igreja de Santa Maria leuchtet diese Strelitzie

Lissabon

Lissabon ist unsere erste Wahl in Portugals Schatzkammer. Die Hauptstadt liegt ausgestreckt zwischen Hügeln und dem Rio Tejo und begeistert uns sofort. Alte Straßenbahnen ruckeln und keuchen die Steigungen hinauf, prächtige Häuser reihen sich in Alleen und in Kopfstein gepflasterten Straßen, die irgendwann in belebten Plätze oder grünen Parks münden. Azulejos, die typischen historischen Wandfliesen, zieren hier die Fassade fast jeden Hauses. Der wahre Schatz dieser gemütlichen Stadt ist aber das unverstellte Leben der Einheimischen. Hier spielt sich alles draußen ab. Morgens treffen wir freundliche Lissaboner in den Kaffebars, wo sie sich vor der Arbeit auf ein süßes Teilchen und einen Kaffee Galhao treffen. Mittags sitzen die Menschen zu Bier oder Kaffee vor der Bar in der Sonne und der Einkauf wird noch beim Metzger oder kleinen Gemüseladen um die Ecke getätigt anstatt im großen Supermarkt. In den Altstadtvierteln hängt die Wäsche noch traditionell zum Trocknen an den Balkonen. Esskastanienhändler bieten ihre dampfende Ware an.

Prächtige Haustüren verzieren die Altbauten in Lissabon
Prächtige Haustüren verzieren die Altbauten in Lissabon
Fliesen als Bedeckung für die ganze Wand oder als Gemälde über dem Eingang sind beliebt
Fliesen als Bedeckung für die ganze Wand oder als Gemälde über dem Eingang sind beliebt

Alfama, Frau, Wäsche
In Lissabons Arbeiterviertel Alfama spielt sich das Leben ab wie früher

In katholischen Konventen galten früher strenge Kleidungsvorschriften. Die Nonnen stärkten den Kragen ihrer Roben mit Eiweiß. Das übrig gebliebene Eigelb galt es nun sinnvoll zu verwerten. So entstanden im Laufe der Zeit verschiedene Rezepte für Gebäck, deren Hauptzutat Eigelb war. Die Lissaboner Konditorei Ovos Moles im Bairro Alto hat diese Traditionen aufgegriffen und serviert besonders kunstvolle lauwarme Küchlein aus Eigelb und Zucker.

Portugal Törtchen Lissabon
Gebäck aus Eigelb - eine lange Geschichte
Azulejos, Wandfliesen
Azulejos, Wandfliesen

Faro und die Algarve

Die Sandalgarve auf der Ilha Tavira
Die Sandalgarve auf der Ilha Tavira
Selbst im Februar können wir schwimmen gehen - wenn wir es hinter die gewaltigen Wellen schaffen...
Selbst im Februar können wir schwimmen gehen - wenn wir es hinter die gewaltigen Wellen schaffen...
Watvögel im Ria Formosa NP
Watvögel im Ria Formosa NP
Mitte Februar - Brutzeit für Störche. Auf einem Kirchendach konnten wir sogar 6 Störche zählen
Mitte Februar - Brutzeit für Störche. Auf einem Kirchendach konnten wir sogar 6 Störche zählen

3000 Sonnenstunden pro Jahr sind mal ein Anreiz, vor allem, weil wir aus dem deutschen Februar kommen. Tatsächlich liegen wir nachmittags am Strand, der grüne Atlantik mit seiner starken Brandung ist nicht zu kalt zum Baden. Die Sandalgarve bei Tavira ganz im Osten des Landes, besteht aus einem grandiosen Nationalpark, dem Ria Formosa. Plattes Marschland, bei Flut überschwemmt und voll blühender Sträucher zieht sich über die Ilha Tavira bis zum Meer. Möwen schreien und Watvögel suchen gemächlich nach Würmern und Krebsen. Die Bäume sind schwer behangen mit Orangen und die Mandelblüte ist in vollem Gange. Die Orte sind noch ruhig, die Ferienhäuser stehen leer, nur wenige Touristen streifen herum. Ich kann mir im Februar keinen besseren Ort in Europa vorstellen.

Ein Hoch auf die Azoren

Der Kratersee Lago de Fogo - ein toller Wanderweg führt vom Aussichtspunkt runter zum Wasser
Der Kratersee Lago de Fogo - ein toller Wanderweg führt vom Aussichtspunkt runter zum Wasser
Die Vulkane der Inselmitte waren leider fast immer in dichte Wolken eingehüllt - Lago de Fogo
Die Vulkane der Inselmitte waren leider fast immer in dichte Wolken eingehüllt - Lago de Fogo
schwarzer Vulkansand - Praia do Fogo an Sao Miguels Südküste
schwarzer Vulkansand - Praia do Fogo an Sao Miguels Südküste

Weit draußen im Atlantik, gut zwei Flugstunden von Lissabon entfernt, liegen die Azoren. Von den neun kleinen Inselchen besuchen wir Sao Miguel und finden hier das Juwel Portugals. Durch den Golfstrom sind es auch im Winter knapp 20 Grad.

In der Inselmitte befinden sich die ruhenden Vulkane, mit ihren spektakulären Kraterseen und heißen Quellen. Während wir im 39 Grad heißen Wasser liegen, das aus Löchern im Boden austritt, ziehen über uns die Wolken vorbei, gefolgt von blauem Himmel, gefolgt von Wolken, gefolgt von blauem Himmel... Das Wetter ändert sich ständig, ist aber immer durch die milde Luft entspannt. Selbstlos wie die Azoren sind, schicken sie dem Kontinent das bekannte Azorenhoch mit Sonnenschein, behalten aber die dicken Wolken und das wechselhafte Wetter für sich.

Romeiros - christliche Pilger auf Sao Miguel
Romeiros - christliche Pilger auf Sao Miguel

Eine Woche in der Fastenzeit sind große Männergruppen unterwegs und ziehen von Stadt zu Stadt. Auf den Straßen werden extra Warnschilder aufgestellt, die zu langsamen Fahren mahnen. Romeiros, christliche Pilger, ziehen umher, um zu singen und beten. Nachts schlafen sie nur die nötigsten Stunden bis sie wieder unterwegs sind. Bei den vielen Prozessionen für die Sao Miguel bekannt ist, helfen sie als Fußgruppen die Heiligenfiguren zu tragen. Wenn du etwas auf dem Herzen hast, kannst du ihnen deine Wünsche auf einem Zettel mitgeben und dann werden sie für dich beten.

Gewöhnlicher Delphin vor der Steilküste in der Nähe von Vila Franca do Campa
Gewöhnlicher Delphin vor der Steilküste in der Nähe von Vila Franca do Campa